Concerts

09.02.2019
à
20:00
au Conservatoire de Musique de la Ville d'Esch/Alzette

Die Galgenlieder

Saxophonensemble des Escher Konservatoriums, unter der Leitung von Jessica Quintus.

Die ersten Galgenlieder entstanden für einen lustigen Kreis, der sich auf einem Ausflug nach Werder bei Potsdam, allwo noch heute ein sogenannter « Galgenberg » gezeigt wird, wie das so die Laune gibt, mit diesem Namen schmücken zu müssen meinte. Aus dem Namen erwuchs dann das Weitere, denn man wollte sich doch, war man nun einmal eine sogenannte Vereinigung, auch das Gehörige dazu denken und vorstellen … Was im Lauf der ersten Auflagen dann noch hinzutrat, hatte natürlich mit dem Anfangsthema nicht mehr viel gemein; da aber das « geistige Band » des Humors nicht fehlte, so muss der alte, mehr private Titel denn nun auch vor größerer Öffentlichkeit all das Neue unter seinen Flügeln aufnehmen und behalten.
C.M.

Christian Otto Josef Wolfgang Morgenstern, geboren am 6. Mai 1871 in München, gestorben am 31. März 1914 in Meran  (Italien), deutscher Dichter, Dramaturg, Journalist, Übersetzer.

Christian verbringt eine glückliche Kindheit und erhält Privatunterricht – die Schule besucht er nur unregelmäßig.

1882 wird er auf ein Internat nach Landshut geschickt, für den zarten und gutmütigen Jungen eine schwere Zeit. Nachdem sein Vater erneut geheiratet hat, nehmen er und seine Frau den Jungen zu sich nach Breslau, wo Christian das Gymnasium besucht. Hier lernt er den späteren Schauspieler Friedrich Kayßler kennen – der Beginn einer lebenslangen, tiefen Freundschaft.

Für ein halbes Jahr besucht er eine Militärschule, ab 1890 das Gymnasium in Sorau (Niederlausitz). Ab 1892 studiert er Volkswirtschaft und Rechte an der Universität in Breslau. Seine ersten Werke erscheinen in dem von ihm herausgegebenen Blatt « Deutscher Geist ». 1893 erkrankt er an Tuberkulose und muss sein Studium abbrechen.

Ab 1894 lebt Christian Morgenstern in Berlin und arbeitet als freier Schriftsteller, Redakteur und Journalist für die « Tägliche
Rundschau » und die « Freie Bühne », später als Dramaturg, Herausgeber der Zeitschrift « Das Theater » und als Lektor beim Bruno Cassirer Verlag. 1895 veröffentlicht Morgenstern den Nietzsche gewidmeten Band « In Phantas Schloß » und beginnt die ersten « Galgenlieder » für den « Bund der Galgenbrüder » zu schreiben. Zwischen 1897 und 1903 arbeitet er als Übersetzer der Werke von August Strindberg (1849-1912) und Henrik Ibsen (1828-1906).

Morgenstern unternimmt zahlreiche Reisen, vor allem nach Italien und in die Schweiz. 1909 wendet er sich der Anthroposophie Rudolf Steiners zu, den er zutiefst bewundert. Er wird Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Er besucht die Vorträge Steiners in mehreren Orten, lernt ihn auch persönlich kennen.

1914 verweigert das Sanatorium in Arco, Südtirol, Morgenstern die Aufnahme – sein Gesundheitszustand ist hoffnungslos. Er stirbt am 31. März 1914 an Tuberkulose.

Christian Morgenstern erhielt durch seine humorigen Sprachspielereien in Form abstrakter Gedichten literarischen Weltruhm

Jean-Paul Maes:
Regie